Die KampagneÜber den SchlaganfallInfosSchlaganfall-AGLinks

 

 

 

Aktuelles

Stellungnahme der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall zur Pressemitteilung „TIA Unit“ der Asklepios-Klinik Wandsbek

>>> weiter

 

Position:   Schlaganfall-AG  >>  Stelllungnahme

Stellungnahme der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall zur Pressemitteilung „TIA Unit“ der Asklepios-Klinik Wandsbek (Hamburg):

 

Das Konzept „TIA-Unit“ wurde nicht mit der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall (HAGS) abgestimmt, bringt keine Vorteile gegenüber einer zertifizierten Stroke Unit und wird von der HAGS abgelehnt. In Hamburg und näherem Einzugsgebiet (ca. 2,6 Mio. Einwohner) wurden 2008 gemäß EQS (externe Qualitätssicherung) 7698 Schlaganfallpatienten behandelt, davon 36% mit transitorisch-ischämischer Attacke (TIA). Insgesamt wurden Dank zunehmend optimierter Infrastruktur ca. 88% aller Schlaganfallpatienten auf Stroke Units behandelt (zum Vergleich: 2006 ca. 57%). Leitliniengemäß und gemäß dem mit der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) sowie der Ärztekammer Hamburg und der Hamburger Krankenhausgesellschaft (HKG) abgestimmten Versorgungskonzept werden Patienten mit TIA in den neun Stroke Units der Hamburger Neurologischen Kliniken versorgt. Jede TIA ist ein zerebrovaskulärer Notfall und wird auf einer Stroke Unit schnell und effektiv diagnostiziert und therapiert, genau wie ein ischämischer Hirninfarkt. Das von TIA-Patienten benötigte Management entspricht in den kritischen Elementen dem von Patienten mit ischämischem Hirninfarkt. Patienten mit TIA sind aufgrund des hohen Frührezidivrisikos ebenfalls überwachungspflichtig und bedürfen einer sofortigen Diagnostik und Therapie. Des Weiteren verbirgt sich hinter dem klinischen Bild der TIA in ca. 35% ein ischämischer Hirninfarkt, wie kernspintomographisch nachgewiesen wurde. Statt Patienten mit TIA in gesonderten klinischen Einheiten zu behandeln ist vielmehr ein Ausbau von bestehenden zertifizierten Stroke Units anzustreben, um eine optimale und extern qualitätsgesicherte Versorgung für Patienten mit allen Varianten eines Schlaganfalls einschließlich TIA und intrazerebraler Blutung flächendeckend zu gewährleisten. Eines der gemeinsamen Ziele der HAGS ist es, Bevölkerung und medizinisches Personal zunehmend für die eminente Bedeutung von TIAs als Vorboten von Schlaganfällen zu sensibilisieren und dafür zu sorgen, dass Patienten mit TIA unverzüglich auf eine Stroke Unit eingewiesen und dort innerhalb von 48 bis 72 Stunden komplett diagnostisch abgeklärt und leitliniengerecht therapiert werden. Statt der sog. „TIA-Unit“ im AK Wandsbek wird es dort in Zukunft ein mit der HAGS abgestimmtes TIA-Protokoll geben, nach dem Patienten mit einer TIA auf der zertifizierten Stroke Unit schnell und effektiv diagnostiziert und therapiert werden.

 

Die Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall

Prof. Dr. C. Gerloff, UKE (Sprecher)

Prof. Dr. C. Arning, AK Wandsbek

PD Dr. J. Köhler, AK Nord

Prof. Dr. A. Müller-Jensen, AK Altona

Dr. W. Sick, Albertinenkrankenhaus

PD Dr. C. Terborg, AK St. Georg

Prof. Dr. R. Töpper, AK Harburg

Prof. Dr. P. Urban, AK Barmbek

Prof. Dr. Th. Weber, Marienkrankenhaus

HomeKontaktLoginSitemapImpressum